Wie wählt man den richtigen Edelstein?

Wissen, wie man seinen Edelstein auswählt.

1. Die Farbe

Die Farbe des Edelsteins ist eines seiner wichtigsten Merkmale, und auch oft das Kriterium bei der Auswahl des Steins.

Einige Rubine aus Birma werden „Taubenblut“ genannt; diese außergewöhnliche rote Farbe ist sehr kennzeichnend für das Auge eines Spezialisten, hat aber nichts mit der Farbe des Tierblutes zu tun. Die am wenigsten gefragte Farbe wird in Birma im Volksmund „Ein Inder würde darüber weinen“ genannt. Dies bezieht sich auf die Tatsache, dass die Inder alle Steine kaufen, besonders die von besonders niedriger Qualität.

Die Steine unterscheiden sich allerdings nicht nur in der Farbe, sondern auch im Preis: Kosten erstere bis zu 100000 Euro und mehr pro Karat, sind letztere für 1 Euro / Karat zu erwerben.

So ist es mit allen Edelsteinen: Die Farbe ist ausschlaggebend/entscheidend und kann bereits auf den Herkunftsort des Steines hinweisen; Für Saphire beispielsweise: Kashmirblau, Birmablau, Ceylanblau...

Bei Diamanten sollte die Farbe rein sein: Das reinste Weiß oder mit durchaus verschiedenen Nuancen: gelb, rosafarben, blau, cognacfarben...

2. Das Gewicht und die Form

Das Gewicht eines Edelsteins wird in Karat angegeben (1 Karat = 0,2g), bestimmt seine Größe und wirkt sich auf eine ganz besondere Art und Weise auf seinen Preis aus: Bei gleicher Qualität ist ein 2- karätiger Edelstein mehr wert als zwei 1-karätige Edelsteine. Diese Regel gewinnt bei seltenen Steinen noch mehr an Bedeutung. Steine des gleichen Gewichts können in unterschiedliche Formen geschliffen sein: Brillant, Oval, Birne, Smaragd, Kissen..

3. Die Reinheit

Die Reinheit eines Edelsteins, die dessen Transparenz bestimmt, ist ebenfalls ein sehr gefragtes Kriterium. Geschliffene Steine, die frei von Inklusionen sind, haben einen sehr hohen Wert. Befinden sich Inklusionen im Stein, sollten diese in keinem Fall störend sein (sich also nicht an der sichtbaren, flachen Stelle befinden, die zu sehen ist, wenn der Stein in gefasster Form vorliegt).

Die Inklusionen sind jedoch nicht immer ungern gesehen. In manchen Steinen tragen gerade sie zur besonderen Schönheit des Edelsteins bei, so sind beispielsweise die Einschlüsse (wolken) der Kaschmir-Saphire berühmt dafür, den Steinen etwas „das gewisse Extra“ zu verleihen. Diese Tatsache und die Farbe haben den Kaschmir-Saphir in den Rang der schönsten Saphire der Welt erhoben. In den Smaragden von Kolumbien und insbesondere in denjenigen aus der Muzo – Mine finden sich Inklusionen, die „die Smaragdgärten“ genannt werden und so zur Esthetik des Steins beitragen.

4. Der Schliff (man versteht hierunter die Form, in die der Steinschleifer oder Diamantschleifer den Stein bringt)

Der Schliff, der von einem Steinschleifer oder – im Fall von Diamanten – von einem Diamantenschleifer realisiert wird, sollte so perfekt wie möglich sein, um den besten Glanz zu erzielen und das sprichwörtliche „Feuer des Diamanten“ zu entfachen.

Der Grad der Perfektion und die Schliffform haben Auswirkungen auf den Preis des Edelsteins. So liegt der Preis für einen Diamanten in Brillantform höher als für einen Diamanten des gleichen Gewichts, der in Fantasieform geschliffen wurde.

Die Facetten sind im Idealfall glänzend geschliffen, ordentlich und sauber in ihrer Geometrie. Das Unterteil des Edelsteins ( der Teil, der nicht mehr zu sehen ist, wenn der Stein eingesetzt wurde), sollte gleichmäßig verarbeitet sein – also nicht zu groß und nicht zu klein sein.

Der Stein sollte an der richtigen Stelle geschliffen werden, damit seine Farbe ihre volle Wirkung entfalten kann.

Besonders pleochrotische Steine wie der Tansanit sollten an der passenden Stelle geschliffen werden, damit die Farbe, die man nach Einsetzen des Steins auf der flachen Seite sieht, eine besonders schöne ist.

5. Der Einkaufsort und der Preis

Es ist sehr wichtig, einen Edelstein bei einem renommiertem Spezialisten zu erwerben, der Ihnen -vor Ort oder auf einer Internetseite - für Beratung und Information zur Verfügung steht und Ihnen so eine Sicherheit und Garantie bietet.

Kaufen Sie einen Edelstein niemals in einer Verkaufsbude/an einem Verkaufsstand in seinem Herkunftsland am anderen Ende der Welt – die Gefahr besteht, dass Sie für den Stein mehr bezahlen, als er wert ist.

Beim Kauf eines wertvollen Steines lohnt es sich, das durch ein Labor ausgestelltes Zertifikat mit zu kaufen, allerdings sollten Sie von vermeintlichen Zertifikaten lokaler Händler und unbekannter Spezialisten absehen, denn dies bietet Ihnen keinerlei Garantie.

Die genannten Auswahlkriterien sind alle sehr wichtig, aber es gibt nur wenige Steine, die all diese Kriterien ausnahmslos erfüllen...

Missachten Sie also nicht die Steine, die nicht allen Kriterien zu 100 % entsprechen, auch Sie sind von einzigartiger Schönheit und großem Wert.

Bedenken Sie außerdem, dass der Kauf eines Edelsteins immer auch eine Herzensangelegenheit ist, eine Art Verbindung, die sich zwischen Ihnen und dem Mineral etabliert. Wenn Sie diese Verbindung spüren und die nötigen finanziellen Mittel haben, scheuen Sie sich nicht, Ihren Stein zu kaufen. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass die Entscheidung gegen einen solchen Stein – aus welchen Gründen auch immer - zu niemals schwindendem Bedauern führen kann, denn niemals werden Sie denselben Stein wiederfinden.