indische Schmuckstücke : sagenhafte Schätze aus dem

Krishna mit einem Collier aus Spinellen, Perlen und Diamantenbroschemogulische Schmuckstücke : Diamanten aus Golconde und SmaragdenDie indischen Juwelen, die aus der Zeit der großen Mogulen stammen, haben erst vor kurzem all die geladenen Gäste auf der Hochzeit von Krishna und Vrinda in Jaipur verzaubert.

Dies bietet uns die Gelegenheit, Sie diese prunkvolle Periode der indischen Geschichte entdecken zu lassen : die Epoche des Mogulreiches.

Sir Thomas Roe war der erste englische Botschafter (1615-1619) am Hofe des Großmogulen. In einem Brief vom 30. Oktober 1616 an Prinz Charles, dem späteren Charles I., erwähnt er den Kaiser Jahangir : « Was Schmuck angeht (was eines seiner Steckenpferde ist), ist er ein wahrhaftiger Tresor : er kauft alles, was er findet, und häuft die prächtigsten Steine an, als würde er sie nicht in erster Linie tragen, sondern besitzen wollen. »

gravierter, mogulischer Smaragd-AnhängerAus dieser längst vergangenen Zeit, in der das savoir-faire der indischen Juweliere seinen Ursprung hat, erhalten wir heute Schmuckstücke von extremer Finesse und unvergleichlichem Wert. Diese Juwele, die seit Jahrhunderten im Besitz der regierenden Familien sind, werden nur zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten getragen.

Diese ziehen sich über mehrere Tage hin und ermöglichen so die Zurschaustellung der prachtvollen Schmuckstücke, deren Schönheit sich mit den voranschreitenden Ritualen noch zu verstärken scheint.
 

Diese Schmuckstücke sind nicht nur ein Privileg der Frauen, sondern werden auch von Männern getragen, die in ihrer Aufmachung nicht selten sogar ihre Lebensgefährtinnen übertreffen.

Kundan-Fassung : charakteristisch für die mogulische Juwelierkunstmogulische SäbelscheideDie Art der Zargenfassung der Steine (genannt Kundan-Fassung) ist sehr charakteristisch für Schmuckstücke aus dem Mogulreich und führt zu prachtvollen Effekten.

Die Künstler dieser vergangenen Zeit verarbeiteten reines Gold und bezogen die gesamte Oberfläche der Edelsteine.
 

Es handelte sich um die schönsten aller weltweit hergestellten Edelsteine : grüne Smaragden aus Kolumbien (die aus der Muzo-Mine stammten), Rubine von intensiver roter Farbe, die aus Birma (Mogok) stammten, tiefblaue Saphire aus Sri Lanka in der Nähe von Südindien. Was die Diamanten betrifft, war Indien bis zum Begin des 18. Jahrhunderts neben Borneo der einzige Diamantenproduzent des Planeten.

Aus den Minen von Golconde, die heute erschöpft sind, stammen zahlreiche Diamanten, die bis heute für ihre Qualität berühmt sind.

Orloff-Diamantrosafarbener mogulischer Spinell, graviertKo-I-Noor, der Regent, « le Hope », der Großmogul, Orloff und viele andere stammen von hier und sind bis heute Symbol eines prachtvollen Schatzes.

Jedoch sollte ein Stein nicht vergessen werden : Erst seit kurzem ist er in unserem zeitgenössischen Schmuck wieder in der Mode ; der Spinell. Dieser Edelstein wurde von den Mogulen hoch geschätzt und sehr oft verwendet. So ließen sie beispielsweise königliche Inschriften in die Spinelle von Badakhshan eingravieren ; eine Tradition, die sie von ihren Vorfahren, den Timuriden übernahmen.

Die ersten Entdeckungen stammen aus dem 13. Jahrhundert.

der gravierte Shah-Jahan-DiamantSpäter, im 18. Jahrhundert, wurde diese Tradition mit anderen Edelsteinen aufrecht erhalten ; aus diesem Grund weisen einige Diamanten, wie der « Shah »-Diamant, Inschriften auf. Entdeckt in den Minen Indiens, wurde in diesen Diamanten, der eine sehr spezielle geometrische Form aufweist, der Name verschiedener mogulischer Herrscher eingraviert : zum Beispiel der Name des Shah Jahan (1627-1658). Heute befindet sich der Diamant im Zaren-Tresor im Kreml.

mogulische Smaragde und RubineIm 17. Jahrhundert, ganz nach der Juwelier-Tradition des indischen Kontinents, wurden Perlen für Halsketten aus hochwertigsten Smaragden und großen Edelsteinen gefertigt. Zudem wurden Schüsseln aus ganzen Smaragdkristallen geschliffen.

Es muss erwähnt werden, dass der Schmuck aus dieser Zeit, genau wie heute, traditionellerweise beidseitig emailliert wurde. Diese Technik, seit dem 16. Jahrhundert weit verbreitet in der Gegend Indiens, wurde in dieser Zeit von europäischen Juwelieren etabliert.

In Anbetracht dieser historischen Fakten scheint das savoir-faire und das Einfallsreichtums der indischen Emaille-Künstler noch bemerkenswerter.