Blauer Bernstein von der Dominikanischen Republik

boule d'ambre bleu en lumière naturelleambre bleu République DominicaineBernstein, dieses faszinierende Material, extrem leicht (es treibt auf dem Meereswasser), wurde in großer Menge in der Dominikanischen Republik gefunden.

Im 15. Jahrhundert sprach Christoph Kolumbus von einer aussergewöhnlichen Menge Bernstein auf der Insel Hispaniola (frühere Bezeichnung Haitis). Von seiner zweiten Reise brachte er von den Inselbewohnern angefertigte Objekte mit.
 
 

Neuste Untersuchungen zeigen, dass der Bernstein aus dieser Region 15 bis 25 Millionen Jahre als ist, sein Entstehungszeitraum liegt also in den geologischen Epochen Oligozän und Miozän.

ambre bleu poliEs handelt sich um ein fossiles Harz, welches von der Pflanze hymenaea portera, der Hülsenfrüchtlern zugehörig, abgesondert wurde.

Der Bernstein der Dominikanischen Republik zeugt von einer unglaublichen Farbenvielfalt. Bernstein in honiggelber Farbe findet man am häufigsten, doch auch rote und grüne Steine sind nicht selten. Zudem gibt es eine Farbe, die heute sehr gefragt ist: blau.

Diese selteneren Steine sind nicht auf den ersten Blick blau, sondern lediglich, wenn sie vor schwarzem Hintergrund betrachtet werden. Dann ist ein blauer, sehr charakteristischer Reflex auf der Oberfläche des Materials zu erkennen.

extraction de l'ambre bleu dans la mineVerschiedene Hypothesen wurden bereits aufgestellt, um diesen blauen Farbschimmer und die hohe Fluoreszenz unter UV-LIchtbestrahlung zu erklären.
 Einige Wissenschaftler glauben, dass die erhöhten Temperaturen, die durch vulkanische Eruptionen bedingt waren oder Waldbrände, also Feuer, dem das noch frischen Harz ausgesetzt war, womöglich eine Erklärung für das besondere Farbphänomen sein könnte.
Neuere Recherchen weisen darauf hin, dass die blaue Farbe durch eine aromatische Kohlenwasserstoffverbindung, dem sogenannten Perylen, hervorgerufen wurde. Diese Verbindung zeigt eine sehr spezifische, blaue Fluoreszenz.
 

mine d'ambre bleuDie schönsten blauen Bernsteine stammen aus den Minen in Los Cacaos, doch auch die in Santiago, im Zentrum der Insel, bringen schöne Steine hervor.

Auf meiner letzten Reise in die Dominikanische Republik konnte ich feststellen, dass sich der Handel mit dem blauen Bernstein rasant entwickelt hatte.

Die Landbesitzer, die Kaffee und Kakao angebaut hatten, erzielten hohe Gwinne, wenn sie auf ihren Feldern zufällig einen blauen Bernstein fanden.

Löcher von mehreren Metern Tiefe werden senkrecht in den Boden gegraben, um die bernsteinreichen Stellen zu erreichen.

In dem Dorf unweit der Minen durfte ich der Ernte-Offenlegung beiwohnen. Im Flur im hinteren Teil eines Häuschens, stehen vier Stühle. Schwarze Plastikssäcke, gefüllt mit Bernsteinblöcken, befinden sich auf dem Boden.

Die Ambreros, die Pistole am Gürtel, leeren ihren Fund in Wasserbecken, um besser die Farbe erkennen zu können, die in dieser region zwischen grün und blau variiert. Ein simpler Unterschied der Nuance verringert oder vergrößert den Preis.

Der Preis dieser Steine hat in den letzten 5 Jahren kaum aufgehört zu steigen. Schließlich können die Verhandlungen und Diskussionen mit den Händlern beginnnen. Es wird gewogen, gesäubert, gehandelt – am Ende ist der Handel beschlossen und der Käufer zieht mit seiner Ware davon, für die er mehrere Tausend Dollar – in bar- bezahlte.

Seit einigen Jahren trifft man nicht selten auf Chinesen in San Domingo, auch in der Nähe der Minen. In der Tat haben sie eine Begeisterung für den blauen Bernstein entdeckt; es wird sogar gesagt, er sei dabei, den Jadestein vom Thron zu stoßen.